JUKEBOX HIDDEN TRACKS

Jukebox in Aktion

Funktion der Jukebox im Detail mit Bildern

Ein Original Service-Manual - wirklich hilfreich!

Ein Original Service-Manual, rar, also selten zu bekommenIch besitze zwar ein Original Service-Manual für eine Wurlitzer Carillon, aber dieses Manual ist einfach für Automatentechniker, die alle Funktionen bereits bestens kennen. Für jemand, der sich „herantasten“ muss, ist das Service Manual eigentlich nicht geeignet.

Es wird - damals so üblich - vorausgesetzt, dass die grundlegenden Funktionen und die dazu notwendige Steuerung bekannt ist. Die Einzelfunktionen werden dann sehr genau und in allen Details beschrieben.

Das Manual ist dreisprachig (DE/EN/FR) und zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass es geschickt die von Wurlitzer genutzte 'Modul-Bauweise' nutzt, um gleich mehrere Modelle und Varianten in einem Manual zusammen darzustellen. Das Manual ist ein gelungenes Beispiel für die Ingenieurskunst der damaligen Zeit, klicken Sie auf das Bild um einmal reinzuschauen...

Münzeinwurf

Münzeinwurf und Information, was man für sein Geld bekommt....Sinn einer Jukebox ist es ja, durch das Abspielen einzelner Musiktitel Geld zu verdienen. Bevor man sich Musiktitel auswählen kann, müssen also Münzen eingeworfen werden. Es ist ein Original-Münzprüfer (rein mechanisch) für DM-Münzen eingebaut. Die Wertigkeit der Münzen (Wieviel Singles bekomme ich...)  wird beim Einwurfschlitz angegeben. Das CREDIT-Feld leuchtet, wenn noch mindestens eine Wahl möglich ist.

Münzrinne als Transport zum Münzprüfer

Das Geräusch der Münze in der Rille - es steigert die ErwartungshaltungEine eingeworfene Münze wird ganz primitiv über eine Laufrinne zum Einlaufschacht des Münzprüfers gebracht. Typisch dazu ist dann das rollende Geräusch der Münze in der Metallrinne.

Münzprüfung

Der Münzprüfer, eine komplexe Einheit, einfach auszutauschenDer Münzprüfer prüft das, na, nennen wir es einfach „eingeworfene Objekt“ auf Durchmesser und Gewicht, auch eine magnetische Prüfung findet statt. Wird die „Objekt“ nicht akzeptiert, wird es zum Rückgabefach durchgereicht.

Handelt es sich um eine gültige Münze, wird diese – je nach der Münzen-Art (50 Pfennig, 1.- oder 2.-Mark) zu einem – der Münz-Art spezifischen - Ausgabeschacht geleitet.

Kredit-Pulse

Ende der Münzprüfung - einer der Kontakte sollte nun betätigt werden...Das Bild links zeigt den Auslaufbereich für gültig erkannte Münzen (Münzprüfer von der Seite). Jede Münze hat einen eigenen Auslaufbereich und löst beim Auslauf damit einen der drei Kontakte aus. Dieser kurze Kontakt gibt einen Impuls an das CREDIT-Werk weiter, dabei erkennt das CREDIT-Werk, welche Münze eingeworfen wurde.

Hinweis:

Im Internet kursieren Anweisungen, wie man mit einem zusätzlich außen erreichbaren Taster (parallel zu einem der Münzkontakte) einen nicht funktionierenden Münzprüfer (oder: nicht vorhandene Münzen) „überbrückt“ und so die Jukebox trotzdem zum Arbeiten bringen kann. .

Das Kreditwerk

Das Addierwerk - ein persistenter Speicher für noch offene CREDITSDas CREDIT-Werk ist ein sehr interessantes Bauteil, das mehrere Funktionen übernehmen muss. Einmal muss es „mitzählen“ wieviel Spiele dem Kunden möglich sind (ja nach Münze!), es muss dazu die Wähltasten freigeben (falls noch CREDIT vorhanden ist) und beim Start eines Abspielvorganges den CREDIT-Zähler um eins verringern. Alles das wird mechanisch gelöst, die Zahnräder (Addierwerk) halten den momentanen Zählerstand fest.
Der Zählerstand bleibt also sogar beim Abschalten der Jukebox erhalten! Es handelt sich also um einen sehr frühen „persistenten“ Speicher – man wollte die Kundschaft nicht betrügen!.

Wahl einer Single

Deckel mit der Information, welche Singles spielbereit in der Jukebox sindFür einen Nutzer der Jukebox ist es eigentlich ganz einfach – Er sieht sich die Liste der verfügbaren Titel auf einem Tableau an. Möchte er einen Titel hören, ist für den Titel eine Buchstaben-/Zahlen-Kombination angegeben, die er auf der Eingabetastatur eingibt.

Eingabetasten

Auswahl eines Musiktitels - Stones, was sonst?Eine Eingabe ist nur möglich, wenn noch mindestens ein CREDIT verfügbar ist. Ist kein CREDIT mehr vorhanden, muss der Nutzer erst eine Münze einwerfen.

Registrierung einer gewählten Single

Die (mechanische) Registrierung gewählter Titel - ebenfalls als persistenter SpeicherWird eine Kombination der Buchstaben und Zahlen durch einen Nutzer gesetzt (Tasten gedrückt, was einen CREDIT voraussetzt) wird eine sogenannte „Taumelscheibe“ gestartet, die ihre „Position“ über eine Art Matrix erhält.

Ist die richtige Position gefunden, wird einer von zehn Magneten ausgelöst, der eine von 100 „Nasen“ auslöst. Die Nase steht über die anderen, nicht gesetzten Nasen heraus und dient bei einem Suchlauf zur Erkennung.

Suchlauf und Start des Abspielvorganges

Ist mindestens eine „Nase“ gesetzt, beginnt der Plattenkorb sich zu drehen. Unterhalb des Plattenkorbes macht ein Arm die Bewegung des Korbes mit und der Arm besitzt Endschalter, die eine gesetzte Nase erkennen. Wird eine gesetzte Nase (im Bild rechts zu erkennen) durch einen Endschalter erkannt, wird der Plattenkorb eingerastet, der Motor zur Rotation gestoppt und ein mechanisch gesteuerter Ablauf zum Abspielen der Platte beginnt.

Die gesetzte Nase zeigt wo es lang geht!Der rotierende Arm hat aber nicht nur die Aufgabe, gesetzte „Nasen“ zu erkennen, sondern er besitzt auch Löschmagnete, die die gesetzte „Nase“ wieder in seine Ausgangsstellung (gegen die kleinen Spiralfedern zurückbewegt. Mit dem Beginn des Abspielvorganges (siehe dort) wird nämlich

• die gesetzte Nase (an der aktuellen Position) gelöscht
• beim Kreditwerk ein Kredit „abgezogen“

Ist nach einem Abspielen einer Platte (Platte wieder zurück im Plattenkorb) noch mindestens eine Nase gesetzt, beginnt der Plattenkorb wieder mit der Drehung / Rotation, bis diese Nase gefunden ist.

Zur Sicherheit ist beim Antriebsmotor ein Thermoelement eingebaut. Dreht sich der Plattenkorb dauernd (da eine Nase gesetzt) aber es wird keine Nase über die Endschalter erkannt, würde das eine endlose Rotation des Korbes zur Folge haben. Das Thermoelement schaltet den Motor ab, bevor die Dauerrotation zu einem Heißlaufen des Motors führt.

Die Bewegung des Plattenkorbes...

Eigentlich primitiv - der Antrieb des Plattenkorbes

Einrasten des Plattenkorbes

Das Einrasten des Plattenkorbes - gesteuert durch gesetzte NasenDas Einrasten ist für den Nutzer deutlich als sehr lautes KLACK-Geräusch zu hören. Danach startet der Abspielvorgang.

Abspielvorgang

Wesentliche Teile der Abspielmechanik sind

• der Plattenkorb mit 50 Platten
• der Greifarm und der Antrieb dazu
• der Plattenspieler
• und ja – natürlich auch der Verstärker und die Lautsprecher

Den Plattenkorb und seine Bewegung, das Einrasten und damit die richtige Position einer gewählten Platte haben wir bereits kennengelernt. Nun sehen wir uns einmal den Greifarm, das Ablegen der Platte und den Plattenspieler an.

Platte holen, ablegen, Arm steuern und abspielen - immer wieder ein kleines Wunder

Prinzipiell gilt:
1. Ein Abspielvorgang kann nur von der GRUNDPOSITION aus gestartet werden
2. Die Stellung des Service-Schalters wird berücksichtigt

Transport der Single, Abspielen

Komplett mechanisch vorgegebener Ablauf - Abspielen einer SingleFolgende Aktionen werden durchgeführt:
1. Der Greifarm arretiert die Platte (eine Art Zangengriff)
2. Der Tonarm wird aus dem Bewegungsraum heraus (nach rechts) bewegt
3. Der Greifarm bewegt die Platte aus dem Korb heraus
4. Ein spezieller Magnet (A-Seiten-Magnet) zwingt den Arm zu einer Bewegung nach vorne oder nach
    hinten, dementsprechend wird entweder die A-Seite oder die B-Seite der Platte abgelegt
5. Der Greifarm gibt nach Ablage die Platte frei (der Zangengriff wird gelöst)
6. Das gesamte Plattenspieler-Chassis wird nach links bewegt
7. Der Motor zur Bewegung des Greifarms wird abgeschaltet
8. Der Tonarm wird zum Plattenanfang (zur Einlaufrille) bewegt (also nach links)
9. Der Plattenspielermotor wird gestartet
10. Der Tonarm wird abgesenkt
11. Die Platte wird abgespielt

Ende des Abspielvorganges

Nun muss die abgespielte Platte wieder zurück in den Plattenkorb...Folgende Aktionen werden durchgeführt:
1. Der Tonarm wird angehoben und aus dem Bewegungsraum des Greifers gebracht
2. Der Plattenspielermotor wird abgeschaltet
3. Der Greifarm packt wieder die Platte (Zangengriff)
4. Die Platte wird angehoben und im Korb abgelegt
5. Der Tonarm wird wieder in Ruhestellung gebracht

Damit ist ein Abspielzyklus abgeschlossen. Falls noch eine Nase gesetzt ist (Auswahl noch aktiv), dann setzen sich der Plattenkorb und damit auch der Sucharm, wieder in Bewegung und positioniert sich damit neu.

Wurlitzer Carillon

Wieder funktionsbereit -  Carillon Baujahr 1971So sieht das gute Stück aus und steht im Esszimmer - manchmal auch im Weg herum.

Wurlitzer Carillon

Mehrere Modelle im Manual - hier die Wurlitzer Carillon



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